Vor wenigen Tagen hat die Bevölkerung von Paris einer Vorlage zugestimmt, die in den kommenden Jahren weitere 500 Strassen – und im Zuge dessen rund 10’000 Parkplätze – aufheben wird und die Stadt grüner machen soll. Mit demselben Ziel, aber in einem etwas kleineren Rahmen und erst noch als Pilotversuche angelegt, präsentierte das Tiefbauamt der Stadt Zürich konkrete Massnahmen in den Quartierblöcken Unterstrass und Aussersihl.
Quartierblöcke – Idee und Vorgehen kurz erklärt
«Quartierblöcke» sollen die Quartierstrassen vom motorisierten Durchgangsverkehr entlasten und mehr Platz für das Quartierleben und Grünraum schaffen. «Quartierblöcke» umfassen mehrere Quartierstrassen und Häuserreihen. Mit geeigneten verkehrlichen Massnahmen, wie beispielsweise Einbahnen oder Sackgassen, wird der Durchgangsverkehr unterbunden. Die Zu- und Wegfahrt von Anwohnenden, Beschäftigten, dem Lieferverkehr, Notfalldiensten sowie Ver- und Entsorgung sind jederzeit gewährleistet. Um den Strassenraum in relativ kurzer Zeit aufzuwerten, stehen für die Pilotphase flexible Elemente wie beispielsweise Bänke, Pflanztröge und Veloabstellbügel zur Verfügung.
Im Frühsommer 2024 fanden zwei Echogruppenveranstaltungen mit Vertretenden von Interessengruppen, der Bevölkerung und des Gewerbes statt. Um erste Erkenntnisse mit der betroffenen Bevölkerung zu diskutieren und Ideen zu sammeln, startete das Tiefbauamt der Stadt Zürich im November 2024 einen partizipativen Prozess und lud die Quartierbewohner:innen zu jeweils zwei Anlässen ein.
Vorstellung der konkreten Massnahmen
Am 22. März 2025 fand der erste der beiden Infoveranstaltungen statt. Anwohner:innen und Interessierte, darunter auch Vertretende einiger betroffener Wohnbaugenossenschaften, nahmen rege teil und brachten nochmals Anregungen ein. Die geplanten Massnahmen werden demnächst konkret auf der Quartierblöcke-Seite des Stadtzürcher Tiefbauamts publiziert. Ausserdem lädt die Stadt dazu ein, an einer Umfrage zu den geplanten Massnahmen in Zürich-Unterstrass teilzunehmen.
Da das Ganze als Pilotprojekt angelegt ist, werden zu diesem Zeitpunkt noch keine Strassen verschwinden: nur da und dort kleine Bereiche von Asphalt befreit und der eine oder andere Parkplatz wird verschwinden. Die Wirkung der Massnahmen wird in einem Monitoring «beobachtet». Wenn sie sich bewähren, werden in rund zwei Jahren Bauanträge folgen, um die Verkehrsberuhigungen, Begegnungsräume und Strassenaneignungen durch die Anwohner:innen dauerhaft umzusetzen. Zuvor werden im Sommer 2025 die Massnahmen in den Quartierblöcken Aussersihl und Unterstrass in Kraft gesetzt und ab Herbst 2025 umgesetzt.
Weitere Quartierblock-Pilotversuche starten
Das Tiefbauamt kündigte bereits an, im Herbst 2025 mit zwei weiteren Testgebieten – in Seebach und Riesbach – zu starten. Auch dort sollen die Konzepte partizipativ erarbeitet werden. Gerade in Seebach sind wieder diverse gemeinnützige Wohnbauträger betroffen: Jene, die innerhalb des Perimeters Liegenschaften unterhalten, und jene, die durch die Umleitung des Verkehrslärms in die Peripherie betroffen sein werden.